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Schutzraum

In dieser Zeit allgemeiner Verunsicherung, nicht zuletzt wegen der Wirtschaftskrise, aber auch wegen komplexer werdender gesellschaftlicher Probleme, nimmt europaweit der Rückzug ins Private, ins Idyll zu - ähnlich der Biedermeier-Zeit. „Cocooning“ ist ein Phänomen dieses facettenreichen Trends. An diesem Punkt der Veränderung setzt das Projekt „SANCTUARY“ an.

„Zufluchtsort“, „Schutzgebiet“, „Asyl“, auch „Heiligtum“ oder „Kultstätte“ sind mögliche Übersetzungen des Wortes „SANCTUARY“. So unterschiedlich sie auch sind, gemeinsam haben sie einen klaren Bezug zu einem Ort, einer geografischen Einheit.

Wir recherchieren mit unseren Partnern jene Orte, die Sicherheit und Trost bieten, die innere Heilung versprechen, aber auch Dimensionen privater „Kultstätten“ in sich tragen oder gar zum privaten „Heiligtum“ werden. Dies können Wohnräume ebenso sein wie eine Grabstätte, der Garten oder die Gartensiedlung als Rückzugseinheit, die Teestube, ein Platz in der Stadt oder eine Bank im Wald.

Welche Orte sind dies in Deutschland, Malta, Polen, Litauen und der Türkei? Welche spezifischen gesellschaftlichen Phänomene verursachen den Rückzug ins Private in den beteiligten Ländern?

Die künstlerische Auseinandersetzung folgt genau und auf hohem Niveau diesen Fragestellungen. Künstler aus den Bereichen Tanz, Theater, Fotografie und Video werden kooperativ ort-spezifische Kreationen erarbeiten und präsentieren. Während der Projektzeit ist ein intensiver Austausch zwischen Künstlern und lokaler Bevölkerung obligatorisch. Ziel ist die Realisation einer „Galerie gebrochener Träume und neuer Hoffnung“ in Form performativer und audiovisueller Kunstwerke. Durch die Weitergabe und Reise von Ideen, Personen und/oder Objekten, die innerhalb dieser Werke entstehen, wird ein roter Faden zwischen den Partnern gesponnen, der auf Nachhaltigkeit angelegt ist.

Die Themen „Gesellschaftlicher Rückzug“, “Konditionen, Orte und Wege der Reflexion und Selbsterneuerung“, „Künstlerischer Ausdruck des Privaten“ werden im Rahmen eines Symposiums der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

EU-Projekt 2010-2011